„Ein Gelände wird nicht besser, je länger es leer steht"   Fortsetzung von Seite 6

Leben halten können, wenn man es z.B. nicht um acht geschlossen hätte. Mit Strandbar und so, eben ein wenig Kreativität. Bei der Schließung hat man kurzfristig gedacht. Ein Gelände wird nicht besser, je länger es leer steht.
Ist das Projekt nun eher Idealismus oder lohnt sich das auch finanziell für euch?
Ja, also, es muss schon was dabei abspringen, sonst könnten wir das nicht drei Jahre lang machen. Wir werden dabei nicht reich, aber immerhin können vier junge Menschen wie wir im Sommer davon leben. Vor allem es macht Spaß, hier zu arbeiten.
Irgendwann wird es ja vorbei sein mit der Tentstation. Gibt es da schon Pläne, das an

anderen Orten in Berlin fortzusetzen? Was wollt ihr danach machen?
Wir können uns schon vorstellen, das an einem schönen, zentralen Ort fortzusetzen. Man kann das Konzept schon auf andere Orte anwenden.
Dieses Jahr wollen wir hier die EM zeigen, es gibt Frühstück, am   Abend Barbetrieb mit Grill, regelmäßige Veranstaltungen. Es war uns immer wichtig, immer offen für alle zu sein.

Höchstwahrscheinlich gibt es ein größeres Skate-Board-Event im Sommer, am 08.08. wird ein Hula-Hupp-Treffen stattfinden (www.worldhoopday.com). Wir fangen aber gerade erst an, zu planen. Es werden Perlen des Campingfilms, Roadmovies und Filme über Swim

mingpools gezeigt. Nähere Informationen gibt es auf unserer Homepage (www.tentstation.de)
Was ist noch zu tun, bis die Saison losgehen kann?
Die Bar muss noch aufgebaut, die Becken sauber gemacht, das Wasser für die Sanitäranlagen muss angestellt werden. Das alte Bademeisterhäuschen muss eingerichtet werden.
LiesSte wünscht den Machern der Tentstation weiterhin viel Erfolg mit ihrem Projekt und dass das Wetter in dieser Saison immer ideal zum Zelten ist..
Die Tentstation: Seydlitzstr. 6, Saison: 26. April bis 4.Oktober 2008

Sarah Oßwald (29) ist 2002 aus Offenbach (Main) nach Berlin gezogen. Das Thema "Zwischennutzung" war zentraler Bestandteil ihrer Diplomarbeit im Studienfach Geographie. Sie war auch die Ideengeberin für Tentstation. Sie hat zwei befreundete Architekten und Jessica Zeller mit ins Boot geholt. Jessica (30) kam vor zehn Jahren nach Berlin und war nach ihrem Politikstudium freischaffend im Journalismus und als Übersetzerin tätig bis ihre ehemalige Mitschülerin Sarah ihr von dem Projekt erzählte, das sie sofort begeisterte. Beide wohnen in Kreuzberg..

LiesSte, Zeitung für den Stephankiez, Ausgabe Nr. 5:  April                                              Seite 7