Lotsen im Behördendschungel

Text: Lars Friedrich, Foto: Die Brücke

Das Lotsenprojekt „Die Brücke" aus dem Sprengelkiez im Wedding dehnt sein Angebot auch nach Moabit aus. Es hilft Zugewanderten, damit sie sich im Angebot der Verwaltung im Bezirk Mitte zurechtfinden. Sie werden in ihrer Muttersprache informiert und unterstützt, um die vielfältigen Hilfs- und Beratungsangebote im Bezirk wahrnehmen zu können und sich aktiv in das Kiezleben einzubringen.
Die sogenannten „Lotsen",
sind Personen, die durch ihre eigenen Migrationserfahrungen bestens mit den Problemen von Migranten vertraut sind. Sie leben schon lange in Deutschland, haben gute Deutschkenntnisse und eine spezielle Fortbildung für die Lotsentätigkeit genossen. Damit übernehmen sie diese vermittelnde Aufgabe, sie suchen Familien auf, sprechen sie auf der Straße an oder bieten auch Sprechstunden an.
Die Lotsen nehmen direkten Kontakt zu den Kiezbewohnern auf, auch über Einrichtungen wie KITAS und Schulen. Durch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit und Mund- zu- Mund Propaganda in fast jeder Mutterspra

che der hier wohnenden Zugewanderten machen sie dieses Angebot bekannt.
Ab dem 14. April werden 4-5 Lotsen auch im Stephankiez aktiv sein. Von 9.00 -15.00 Uhr nutzen Sie die Räumlichkeiten im Stadtteilladen von
BürSte, vorerst wird ihre Arbeit jedoch hauptsächlich aufsuchender Natur sein. Die Lotsen sprechen türkisch, arabisch, serbo-kroatisch und russisch.

Wieder eine Rechtsberatung bei BürSte

Kostenlose Sonderberatung in allen Rechtsgebieten führen ab dem 11. April immer am Freitag von 9 bis 10 Uhr Rechtsanwältin Amrei Viola Wienen und Rechtsanwalt Miguel Tetzeli von Rosador durch. "Gerade hier im Kiez ist ein solcher Beratungsbedarf hoch, die Anwohner haben oft Angst, sich keinen Anwalt leisten zu können", stellt Wienen fest, die seit einigen Jahren ihre Kanzlei in der Lehrter Straße 46 in Moabit führt. In dem "Blauen Haus" hat auch ihr Kollege Tetzeli von Rosador seit längerem seinen Kanzleisitz: "Wir freuen uns darauf, ganz in der Nähe unserer Kanzlei Kiezbewohner im Stadtteilladen zu beraten."
In der kostenlosen Sonderberatung, die jedem Bürger bis zu 15 Minuten offen steht, wird der Fall zunächst besprochen. Stellt sich heraus, dass weitere an

waltliche Arbeit erfolgen sollte, kann zum Beispiel von Hartz-IV-Empfängern ggf. ein Beratungshilfeschein am Amtsgericht beantragt werden. Die Anwaltskosten betragen dann nur 10 Euro. Ist der Gang vor Gericht angesagt, kann ggf. Prozesskostenhilfe beantragt werden. Zu den Betätigungsfeldern gehören insbesondere Internetrecht, Urheberrrecht (u.a. Online-Verträge, Abmahnabwehr, Internet-Auktionen, etc.), Schadensersatzrecht, Scheidungsrecht, Arbeitsrecht und Verkehrsrecht (sowohl Zivilrechts- als auch Bußgeldangelegenheiten). Die Beratung wird im wöchentlichen Wechsel angeboten.
Kostenlose Sonderberatung zu allen Rechtsgebieten, jeden Freitag, 9.00 bis 10.00 Uhr, Stadtteilladen von BürSte e.V., Stephanstraße 26, Tel: 39 570 22

Seite 11                               LiesSte, Zeitung für den Stephankiez, Ausgabe Nr. 5:  April 2008